Die Schweizer Stauseen wurden ursprünglich hauptsächlich für eine einzige Funktion errichtet: die Energieerzeugung. Doch diese grossen Wasserkraftanlagen können weit mehr bewirken: Sie sind auch ein hervorragender Hochwasserschutz. Künftig werden sie vermehrt in den Fokus rücken, um die immer häufiger eintretenden extremen Wetterereignisse aus sicherheitstechnischer Sicht zu bewältigen.
Hochwasser im Juni 2024: grössere Schäden durch Stauseen abgewendet
Als die Rhone und ihre Seitengewässer im vergangenen Juni über die Ufer traten, erreichte der Abfluss in Sitten einen Spitzenwert von 921 m3/s und lag damit leicht über dem Höchstwert des historischen Hochwassers im Oktober 2000. Wir müssen damit rechnen, dass solche Hochwasserintensitäten zur Gewohnheit werden. Trotz grosser Schäden in der Region Siders und Chippis haben die Wasserkraftanlagen weitaus umfangreichere Schäden an der Rhone und in den Seitentälern verhindert. Im Mattertal konnten dank der Pumpstationen Z’Mutt (1972 m ü. M.) und Stafel (2180 m ü. M.) sowie der Wasserfassungen im Tal bis zu 55 m3 Wasser pro Sekunde in den Lac des Dix des Anlagesystems Grande Dixence umgeleitet werden. Ohne diese Anlagen wäre der Abfluss der Hochwasserspitze in der Gemeinde Zermatt um schätzungsweise 40 bis 60 Prozent höher ausgefallen.